Duft

Ein Spruch von mir lautet: Wenn ich mich schon nicht sehen mag, möchte ich mich wenigstens gern riechen. Luxus heißt für mich in diesem Zusammenhang: Ich kann aus einer Reihe von Flakons wählen, wonach mir an diesen Tag der Sinn steht. Das mag im klassischen Sinn von Hemingway nicht männlich sein, ist mir aber wurst.

Aus langjähriger Erfahrung mit Düften für Männer kann ich folgendes destillieren: Vorsicht ist angebracht bei allen Parfüms, die großformatig und großflächig beworben werden. Meist handelt es sich um Essenzen, die aus künstlichen Beigaben zusammengemixt wurden und riechen wie „schon mal irgendwo so ähnlich“. Nur wenige dieser Essenzen schaffen es in meine Hit-Liste. Die deswegen beständig wackelt, weil gerne eingestellt wird, was den Massengeschmack verpasst. 

Lasst ab von hastig gefertigter Konsumware! Da wird es allerdings teuer. Richtig tolle Duftwässer kosten gerne mindestens das Doppelte normaler Essenzen. Und mehr. Dafür kriegt der Träger aber auch einen Geruch, der wohl unter die Genfer Konvention fällt. Wildfremde Frauen fragen einen, was das für ein Duft ist, der sie angelockt hat. So. Mehr kann man in meinem Alter nicht verlangen.