Frühstück

Das wunderbare vegetarische Frühstück auf Sri Lanka: Reisnudeln und ein Relish aus Kokosflocken, Knoblauch, Chili und Habichvergessen – sehr lecker! Ganz Ähnliches konnten wir auch in Indien erleben … Touristen stehen in Mehrheit angeblich nicht so drauf. Wir schon.

 

Wir mochten allerdings auch Congee in Hongkong, scharfe Suppe in Thailand, Dim-Sum in Singapur, usw. . 

Wo auch immer: Es geht nix über „local food“, wenn es tatsächlich zu kriegen ist. Local Tipps von local guys helfen dabei ungemein. Offen gezeigte Neugier ebenfalls. In Hongkong gab’s noch ein kostenloses Anzeigenblatt voll aktueller Besprechungen von allem möglichen in Englisch: Toll. Leider wollte es gefunden werden bei Kulturinstituten zum Beispiel. Andererseits hüten wir manche Adressen daraus noch immer sehr sorgfältig.

Wohlverstanden: Ein ordentliches Frühstück mit Speck & Ei, Brot & Wurst, Schinken & Käse kann ebenfalls wunderbar sein! Wenn die Zutaten von ordentlicher Qualität sind. Low-fat-Scheiben-Käse und Billig-Salami dagegen törnen total ab. Im wunderbaren Frankreich bieten dafür sogar Billig-Hotels mitunter ordentlichen Käse (natürlisch), frisch gepressten Orangensaft und, wenn das Glück einem Hold ist, sogar herrlichen Kaffee.

Für Teetrinker ist die Nummer immer schwierig: Gibt es nur die vermaledteiten Beutel (die nur  kleinteiligen Abfall, also Brösel und überwiegend Staub enthalten) oder tatsächlich ganze Blätter? In Deutschland nur im Öko-Bio-Gastrobetrieb oder ganz teuren Hotels anzutreffen. Und in Sachen Kaffee darf der Gast froh sein, wenn er auf einen modernen Automaten trifft, gefüllt mit mindestens ordentlichen Bohnen: Dann darf er wenigstens den Grad des Konzentrats von Espresso bis Kaffee bestimmen. Leider sind hier wie in – Überraschung! – Frankreich oft Warmhaltekannen voller Filterkaffee (*Brrrrrr*) das einzige Angebot. Ausscheidungskriterium. Nein, danke. Dann lieber nur ein Kaffee im Stehen, wenn er nur ordentlich zubereitet wird. 

Apropos ordentlicher Kaffee: Einmal, wirklich nur einmal haben wir uns in eine Filiale von dieser Worldwide-Coffee-to-go-Shop-Franchise-Kette verirrt. Wo in den Kaffee Karamellsirup und Haselnuss-Crunchies geschüttet werden – Sie wissen schon: Riesenauswahl an Möglichkeiten, jeden Kaffee zu ruinieren. Im Vordergrund stand wohl die Aussicht, in klimatisierten Räumlichkeiten eine Pause zu machen und sich zu erholen von Hitze, Luftfeuchtigkeit und Shopping-Stress. Das jedenfalls ist die Ausrede bis heute. Um eine lange Qual kurz zu erzählen: Der Kaffee war mäßig, aber maßlos überteuert, und der Gastbereich so völlig ohne Maß heruntergekühlt, dass wir ziemlich bald zu frieren begannen. Sehr. Häßliche Erkältungen blühen hier und gedeihen aufs Vortrefflichste. Wahrscheinlich sollen so lästige Dauergäste weggefroren werden…

Okay, wir mögen weder Coffee-to-go noch Fast-Food à la US. Den sofort aufflammenden Verdacht von US-Amerikanern (pars pro toto Frank Zappas wiederkehrende Frage „you don’t like americans?“) können wir locker auskontern: In Florida bekamen wir ein wunderbares Breakfast serviert in einem Diner. Auch da folgten wir der alten Gourmet- & Traveller-Weisheit: Geh’ dahin, wo sich ältere (sic) Einheimische (sic!) drängeln! Gilt weltweit und überall. 

Wenn es geschmeckt hat, kann jeder Gast was für die Völkerverständigung tun und sein Wohlbefinden signalisieren (geht auch nonverbal: Bauchreiben, wohliges Grunzen: „Hmmmm“, Zeichen wie Daumen hoch…). Zumindest kurzfristig ist dann ein Stück Weltfrieden schwer gesichert. Das gilt natürlich für alle Mahlzeiten – nicht nur das Frühstück. Ich erinnere da ein Sternerestaurant in Frankreich, wo unsere begeisterten Äußerungen ob der aufgetischten Köstlichkeiten eine Servicercrew von förmlich-steif über zuckende Mundwinkel in eine grinsende Truppe verwandelte. Ob’s vielleicht auch abfällig war? Das ist mir aber sowas von Wurscht! Oder Gänseleberpastete.