Musik-Verlust

Es passiert gerade wieder: Jetzt ist es „All Blues“ von Miles Davis’ Scheibe „Kind of Blue“, dessen  Intro für Werbung missbraucht wird. Für mich jedenfalls handelt es sich um schweren Missbrauch, denn ich werde das Stück sehr lange Zeit nicht mehr hören können, ohne an den blöden Spot zu denken.

 

Zuvor ging es mir schon mit „Night and Day“ so: Verdorben durch eine dumme Werbung für einen Kaffeeverkäufer. Noch immer mag ich das Stück weder hören noch selber spielen. 

Natürlich kenne ich die Pro-Argumente: Was kannst Du dagegen haben, wenn junge Generationen dieses schöne Stück eben so kennenlernen? Vielleicht wird ja so der ein oder andere animiert, mehr davon hören zu wollen.

Geschenkt. Für mich sind die Dinger erst mal verdorben durch den wiederholten Missbrauch. Schließlich waren sie nicht ursprünglich gedacht fürs Marketing zugunsten von irgendeiner Firma. 

Zudem hat Werbung natürlich doch Wirkung und sei es nur die, dass der Hörer eine Tonfolge mit dem beworbenen Unternehmen assoziiert. Das zusammen mit einem Jazz-Klassiker fällt mir schwer. 

Mehr noch: Für mich ist es ein schmerzlicher Verlust, denn die Musik ist jeweils für mich verdorben. Dafür war sie nicht gedacht, nie.

Einen Teufel werde ich tun und der Branche auch noch Tipps geben, welche Tunes noch geeignet wären! Niemals!! Ich will mich schließlich nicht selbst beschneiden.