Not-boring-music

Neulich hat mein Lieblingssender in Sachen innovativer Musik (npr.org) eine Best-of-Band zusammen geworfen und auf eine Bühne gestellt – Gottseidank. 

Einen Teil der Beteiligten kannte ich schon: Robert Glasper, Ambrose Akinmusire. Andere wie Marcus Strickland schandbarerweise noch nicht. Hat sich natürlich geändert dadurch. 

An der Auswahl können nur Rassisten meckern: Alle schwarz! Könnten das Klischee von der „black classical music“ bestätigen, einen Begriff den nach meiner Erinnerung Roland „Rashaan“ Kirk geprägt hat, ein zutiefst verehrungswürdiger Musiker vor dem Herrn. 

Können also nur Schwarze wirklich Jazz? Die Größen wie Miles, Trane, Monk, Mingus  – alle schwarz. Ist das schon ein Beweis im Sinne von Marsalis?

Sorry, nein, nicht wirklich. 

Chet Baker, Pat Metheny, Stan Getz mögen als Randfiguren durchgehen. Aber Charles Lloyd oder nochmehr Brad Mehldau?

Noch schwieriger wird die Nummer, wenn sich Jazz-Innovatoren ausgerechnet mit Europäern verbünden.  Wobei die Typen natürlich zur innovatien Quelle drängen, derzeit nach Norden, wo Björk wohnt: Joshua Redman macht mit dem Trondheim Orchestra gemeinsame Sache, auch auf Tournee, und oben genannter Marcus Strickland hat seine letzte Scheibe mit einer „Per-Oscar-Nilsson-Group“ veröffentlicht. 

Also ist diese ganze Positiv-Rassismus-Scheiße einfach Quatsch, natürlich. Nicht zuletzt die Musiker selbst würden sowas weit von sich weisen. Coltrane studierte klassische (europäische) Musik ebenso wie afrikanische Klänge, andere interessierten sich für Asien. 

Jazz war immer „open-mind“. Das macht das Genre ja so interessant für gleich gestimmte Hörer, know what I mean?