Outsourcing

Das ist das Ende. Wenn journalistische Kernkompetenz „outgesourct“ wird zu freien Autoren, Journalisten, Fotografen und Grafikern/Layoutern, der Rest nur noch aus Rumpffiguren des redaktionellen „Managements“ besteht, Beamtentypen letztlich, die verwalten, dann spätestens hat sich die Uridee des Journalismus, der Aufklärung, endgültig verabschiedet. 

Nicht nur bei G+J/Brigitte scheint das die Idee zu sein. Noch mehr Einsparung, noch weniger Personal, lästig festangestelltes.

Was für Marktwirtschaftler funktionieren mag, wird der Tot des freien Journalismus. Denn so, vormals Leitmedien (wie STERN, GEO, o.ä.), gebt Ihr Kontrolle ab! Freie Mitarbeiter à la Tom Kummer können sich als Spinner erweisen, Interviews mit Madonna fantasieren…. 

Er stand halt im gnadenlosen Wettbewerb der Aufmerksamkeitsökonomie im Zeitalter 2.0, wird dann ebenso abgeschrieben wie das verantwortliche Personal. Unterm Strich, möcht’ ich wetten, wäre es Euch billiger gekommen, gute Leute anständig und regelmäßig zu bezahlen. 

Aber die vorherrschende Denkungsart in Medienunternehmen Deutschlands scheint zu lauten: „Wir lassen denken, recherchieren, formulieren“. Und, bitte, beschwere sich von diesen Medienmanagern hinterher keiner, wenn redaktionelle Linien ebenso verloren gehen wie weitere Leser, Käufer, Nutzer. Das werdet Ihr verschuldet haben, nicht die Konkurrenz, nicht das böse Internet, nein, Ihr!

Aber das kommt eben davon, wenn Medienhäuser Erbsenzähler über Verleger stellen, wenn kurzfristige Rendite wichtiger wird statt nachhaltige Markenentwicklung. 

Die Erkenntnis jedes Hobbymagiers scheint vergessen, wonach sich nur das Kaninchen aus dem Hut zaubern lässt, dass vorher hineingesteckt wurde. Vulgo: Ohne Investment keine Rendite, keine Gewinne. Ohne Aufwand keine Belohnung. Und, bitte, erzählt mir auf Foren und Kongressen keine Märchen mehr von „Qualitätsjournalismus“ und „Premium-Content“!