Veggie-Wurst forever?

Die Nachricht dürfte so manchem/r Veganer/in/Vegetarier/in Tränen der Freude und Rührung in die Augen getrieben haben: Die deutsche Fleisch- & Wurst-Branche setzt zunehmend auf fleischlose Angebote! Dass sie das noch erleben durften: Rein pflanzlicher Brotaufstrich vom Fleischverarbeiter – Bravo.

Abgeklärte Zyniker dagegen, die das Tun, Treiben und vor allem Lassen der Lebensmittelbranche aufmerksam verfolgen, sehen schon die nächsten Skandale über unsere Teller fahren.

 

Veggie-Träume: Glückliche Kühe, die friedlich in Tempelanlagen an Hecken knabbern                      – aus dem vegetarischen Indien, Dezember 2012


In der derzeitigen Phase der Einführung im Markt werden größere Friktionen auf die Lebensmittelproduktion noch unbemerkt verlaufen. 

Gut, die Label „Öko“ und „Bio“ sind teilweise bereits durch die starke Nachfrage korrumpiert – nicht alles ist da so astrein „bio“ wie behauptet. Auch mit der reinen Lehre (keine künstlichen Dünger, keine Pestizide oder sonstige Gifte bei der Erzeugung) nahm es in der Vergangenheit nicht jeder so ganz genau.

Wenn die Choose so richtig läuft, können sich zunächst die Gemüsebauern freuen: Ihre Produkte werden ihnen aus den Händen gerissen, die Gewinne steigen. Großeinkäufer wie die Tiefkühlkostbranche sehen sich plötzlich mächtigen Konkurrenten gegenüber. 

Wenn dann noch der Riesenmarkt Asien auf den Trend aufspringt! 

So ist der Tag nicht mehr fern und der heimische Spargel wird zu Preisen gehandelt wie heute Kaviar oder Trüffel. Folge: Bei exorbitanten Preisen und begrenztem Angebot ist der Beschiss nicht weit – hier wie dann dort. Die Industrie wird also Spargelcreme verkaufen, die nur noch homöopathische Dosen von Spargel enthalten wird (steht dann im Kleingedruckten, in der üblichen 5-Punkt-Schrift). Anbaugebiete werden vorgetäuscht, echte Herkunft verwischt, usw. Oder der Spargel ist gar keiner, so wie mancher Trüffelspan wundersamerweise von einer Morchel gefallen sein soll. Blumenkohl wird das neue Pferdefleisch. 

Aber, liebe Veganer/innen und Vegetarier/innen, das wird leider noch nicht das Ende der, Pardon, Wurst sein! Denn was soll wohl aus den ganzen Enten, Gänsen, Schweinen und Rindern werden, die dann zunehmend verschmäht werden? Der Export lohnt nicht. Zuerst kommt in die Kartoffelsuppe statt Speck heimlich Gänsestopfleber, als organisches, vollkommen natürliches Gewürzmittel" deklariert. 

Wenn das rauskommt, bricht die Fleischproduktion vollkommen zusammen. Fleischlieber ziehen sich in Enklaven zurück, wo sie für den Eigenbedarf Haustiere halten.

Gentechnik könnte helfen. Wenn das Schwein nur recht nach Möhre schmeckt…