Warum der BND Agenten „führt"

Das Leben steckt voller Widersprüche, schon klar. Aber das ist ein bisschen stark: Der BND soll gleich zwei Vorstandsmitglieder des Reservistenverbandes der Bundeswehr als Agenten geführt haben? 

Das klingt nach: Der Hundehalterverband hat verdeckte Beobachter beim Tierschutzverein eingeschleust. Will sagen: Den Reservistenverband als staatstragend zu bezeichnen, würde er sich weder wehren, noch seiner Rolle auch nur annähernd gerecht. Nahestehend wäre gelinde übertrieben. Man kennt sich, man schätzt sich – da sollte ein Anruf reichen, um zu erfahren, was zu erfahren ist.

Bevor wir den Bundesrechnungshof in Marsch setzen (wg. Verschwendung von Steuergeldern), sollten wir nachsinnen: Was könnte es für Gründe geben, Reservistenverbandsmitglieder als Agenten in den Büchern zu führen? 

Informationsgewinnung kann es, siehe oben, nicht sein. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass da ein Buchhalter auf diese seltsame Konstruktion verfallen ist, um „verdienten Mitarbeitern“ des Dienstes über die Zeit ein Zubrot zu sichern. Heißt, dass die beiden Vorstandsmitglieder des Reservistenverbands früher mal ziemlich wichtige Zuträger waren. Da die Sache(n), mit denen die Zwei befasst waren, reichlich geheim war (en) und bis heute bleib(en)t (warum auch immer), hat der arme Mann in der Buchhaltung diese Umwegfinanzierung gewählt. Soweit so logisch. Wäre wohl auch nie aufgefallen, wenn es diesen doofen Untersuchungsausschuss nicht gäbe. 

Auf den Trichter werden auch andere kommen. Der böse Feind zum Beispiel, wo auch immer der gerade sitzen mag. Erkenntnis: In der Bundeswehr gibt es Leute, die dem BND zuarbeiten. Boah! Das Wasser ist naß, der Himmel ist blau.