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That’s it

Frederik just left the building (6. April 2018)

geschrieben von seiner untröstlichen Tinki

Palliatives Blogging

Der ein oder andere liest das das hier doch – und für die mach’ ich weiter. Unabhängig davon, wie seltsam mir das mitunter vorkommt: Medizinisch dem Tod schon verschrieben (genau das heißt „Palliativ“ für arme: Für den Abdecker frei gegeben, von uns schon aufgegeben, o.s.ä.). 

Das Hauptproblem bleibt: Übelkeit, Erbrechen, Würgen. Was mich am Essen hindert und der Schwächung Vorschub leistet. Wenn Das gelöst sein werden sollte, wäre schon ein großer Schritt geschafft. Bis dahin bleibt nur Flüssignahrung – wenn ich sie denn runterbringen würde.

Surprise!

Sollte ich einen überrschten Gesichtsausdruck tragen: Kein Wunder! Der Arzt, den ich mir für meine künftige Behandlung ausgesucht habe, geht erst mal in den Urlaub. Ich bleibe zurück ohne Medikamente und einen weiteren Plan. Termin Anfang April.

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Hoffe dennoch nicht, vom Regen in die Traufe zu rutschen. Am Montag kommt ein Team von der Palliativ-Station zur Unterstützung. Keine Ahnung,, was die bewirken können, bin aber sehr gespannt.

ASTRA 2

Tja, nicht ASTRA ist ausgefallen, sondern irgendein Teil der Satellten-Anlage unter dem Dach. Das hat der Fachmann ausgetauscht und nun geht alles wieder.

Die jüngsten Tage sind die Nebenwirkungen der Chemo zu voller Blüte gewachsen: Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Appetitlosigkeit, Schwäche und trockene Haut. Durch die die Schlaflosigkeit in Kombination mit dem wenigen Essen, das ich zu mir nehme, bin ich schlapp wie ein 138jähriger. Da bin ich richtig froh, dass ARTE, 3Sat und die anderen wieder meine Unterhaltung bereichern ... 

ASTRA

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ASTRA hatte einen massiven Ausfall in den vergangenen 24 Stunden – da wäre der Bildschirm schwarz geblieben, wenn nicht „Amazon Prime gewesen wäre …

Und wäre der Tipp einer Kollegin nicht gewesen, wäre ich jetzt ratlos. Aber so kann ich versuchen, zu einem Onkologen zu wechseln, der in den höchsten Tönen gelobt wird. Das probiere ich jetzt, um das abwehrende und herzlose Team vom Rechts der Isar nicht mehr an mich ran zu lassen. Zu wenig Verständnis und zuviel Hartlaibigkeit auf der Station, sorry.

Der Arzt arbeitet wohl mit einem anderen Krankenhaus zusammen. Auch diese Truppe soll sehr nett sein. Ich bin schon gespannt und warte sehnlichst auf meinen ersten Termin. Hoffentlich kommt der Anruf bald!


Asien-Filme

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Zum Beispiel ein melancholischer Thriller aus Süd-Korea: „Erinnerungen eines Mörders“: Seltsam genug, um mich zu unterhalten. Und für Asien habe ich ja auch sonst ein Faible! Obwwohl es nicht reichen würde, um dort leben zu wollen. Aber für einen Urlaub? Jederzeit! Gerade jetzt.

Liegt sicher daran, dass ich gerade jetzt einen Urlaub herbeisehne! Dringend und unbedingt. Wer würde das nicht wollen.


TV-Alternativen

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Es gibt natürlich Alternativen zum täglichen Einerlei, das Private und Öffentlich-Rechtliche servieren: Die neuen Streaming-Angebote. Ich nutze, (s.o.) „Amazon Prime“ und damit wird die „Grand Tour“ von Jeremy Clarkson & sichtbar. Derzeit jeden Freitag eine neue Folge in HD produziert – lumpen lassen die sich nicht.

Daneben findet, so man will, immer was zu sehen. Derzeit will ich öfter. Und ich genieße es dann, unabhängig von der Programmplanung der Verantwortlichen zu sein, ungestört von Werbeblock und Eigenwerbung und und und…

Was ich jedenfalls auch schon weiß: Ich werde vor dem nächsten Zyklus, dem dann schon vierten, eine größere Pause brauchen; muss das gleich mit den Ärzten am Montag telefonisch anleiern. Brauche etwas mehr Zeit, um mich dazwischen zu erholen. Diese Zeit ist diesmal jedenfalls zu knapp bemessen nach meinem Gefühl. Über die Feiertage hatte ich mehr Zeit und mir ging es dann besser. Also!

Und dann gibt es wieder Renneinsätze, die derzeit pausieren müssen.


TV

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Es gibt die Zeit, in der man durchaus für schlichte Genüsse empfänglich ist: Das TV-Programm ist zu manchen Uhrzeiten so schlicht, dass ich mich wundere, wer sich das im Normalzustand reingreift. Ich mein: Bei mir grad – kein Wunder. Aber normal?

Geräusch, Bewegung, Ansprache, das reicht schon. Oder? Könnte natürlich auch Musik hören.Aber dazu müsste ich aufstehen. Und heute mache ich das eher selten.

Ich kann natürlich auch 3Sat gucken und „Nano“ dort und mir erklären lassen, dass Paracetamol® nicht ungefährlich für Schwangere sein könnte. Hilft mir jetzt konkret nicht, aber …

Wie ich mich heute fühle? Wie Boris Becker aussieht.

Mark Selby sieht übrigens wieder erschütternd gut aus, wie er auf Europsport die Snooker-Bälle versenkt. Präzise und elegant. Aber sein Gegner, Chinese, spielt auch gut ...


Schlechter Tag

Muss zugeben: Heute ist kein guter Tag. Also muss auch das Training im Sitzen (vulgo: Autorennen spielen mit Playstation & Co.) ausfallen. Es bleibt ein wenig Zeit zur Erholung. Ich hoffe, sie wirkt. Ich brauch’s. Renne zwar, aber auf dem iPad mit einem vergleichsweise blöden Rennspiel – kein Vergleich!

Bin natürlich trotzdem erfolgreich, latürnich.

Food-Blogging

Erstens: Ich bin kein Food-Blogger. Und, ehrlich gesagt, die entsprechenden Fotos kommen bei mir als Food-Porn an. Ich hasse schon Fotos in Koch-Büchern (so sollen die Gerichte „aussehen“? Warum? Schmecken muss es!)! 

Also hier aus gutem Grund kein Foto zum Thema Essen in der modernen Zeit. Wobei ich gerne gegessen habe, als ich es noch tat. Momentan Zuwenig – und das ist ein Problem.

Ich kann noch heute aus dem Gedächtnis sagen, welche Speisefolge wir in dem kleinen Zweisterne-Restaurant in LeHavre hatten – und jeder einzelne war ein Knallerauftritt, kulinarisch und natürlich optisch. Dennoch wäre ich nie auf die Idee gekommen, das zu fotografieren – bei aller Dokumentierwut des Lebens. Denn das tatsächliche Erlebnis liegt doch auf der Zunge!

Heute kann ich meiner Zunge nicht mehr sicher sein. Der Geschmack hat mich verlassen, der Appetit. Schrecklich.

Außer Steak geht bislang nix. Sogar die selbstgemachte Pizza – normalerweise eine sichere Bank – hat nicht funktioniert. Italienische Pasta, Königinpastete mit Ragout fin: Eine Enttäuschung.  

Einzig Schärfe bringt Leben in den Appetit -Apparat, wenn auch zu wenig. Also Chili, Paprika, Tabasaco und sonstige Scharfmacher wie Wasabi ins Feld geworfen; aber der Trick funktioniert auch nur begrenzt – da will sich jemand partout nicht austricksen lassen! Und da ist der Appetit, der Geschmack. Ob da Schuhbeck & Co. weiterhelfen könnten, theoretisch – und praktisch? Mal nachdenken ...

Beschränkung halte ich nicht undedingt für eine Kunstform, liegt mir auch sonst nicht so. Also schreibe ich über jedes Thema, das nicht bei Drei auf den berühmten Bäumen…

Andererseits muss ich nicht jeder Sau hinterherlaufen, die grad durch’s mediale Dorf getrieben wird. Oder auf Neudeutsch: Nicht jeder Hype macht mich an, sogar eine ganze Menge davon läßt mich völlig kalt.

Aber wo kommt der ganze Schwachsinn her, wer hat ihn und wie kriegt man das los? 

Vielleicht helfen Wadenwickel. Von Mondsteinen jedenfalls versprech’ ich mir nicht viel…