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Beschränkung halte ich nicht undedingt für eine Kunstform, liegt mir auch sonst nicht so. Also schreibe ich über jedes Thema, das nicht bei Drei auf den berühmten Bäumen…

Andererseits muss ich nicht jeder Sau hinterherlaufen, die grad durch’s mediale Dorf getrieben wird. Oder auf Neudeutsch: Nicht jeder Hype macht mich an, sogar eine ganze Menge davon läßt mich völlig kalt.

Aber wo kommt der ganze Schwachsinn her, wer hat ihn und wie kriegt man das los? 

Vielleicht helfen Wadenwickel. Von Mondsteinen jedenfalls versprech’ ich mir nicht viel…


Sax

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Komisch. Nach allem Aufwand, allem Gedöns komme ich wieder auf ganz einfache, analoge Sachen zurück. Wie mein Saxophon. Tatsächlich ist das Foto diesmal einigermaßen spontan entstanden. Ich wollte noch ein wenig tuten auf dem alten Horn. Und war zugleich beim Packen. Für den nächsten Tag. Daher. Geht noch. Na. ja. Es geht.

Aber immerhin. Mit meinem alten Horn noch ein paar Töne spucken. Es geht in den meisten Fällen oder Tönen schon. Allein diese ERKENNTNIS, DASS ICH ES BIN, DER DIESE TÖNE/SOUNDS MACHT, HAT WAS ERHEBENDES. 

Mal sehen, wie es in ein paar Tagen geht. Selbe Stelle, selbe Welle.


Ich schwitze

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Bislang hatte ich mich ja lustig gemacht über die Bewegungstherapie für sitzende Leidende. Inzwischen lache ich nicht mehr, weil es tatsächlich funktioniert! Meine sonst geschwollenen Beine werden stärker durchblutet, ich schwitze kräftig und nach der Session fühle ich mich an Armen und Beinen erschöpft. Dafür fühle ich mich besser. Insgesamt. Da käme ganz schön was an Kosten auf die Krankenkassen zu, wenn … aber wird wohl nicht passieren. Da werden wir schön drauf sitzen bleiben!

Die ersten Siege habe ich auch schon eingefahren, ja, ja. In der Anfänger-Liga, aber das wird schon werden, da bin ich sicher.

Morgen wieder stationäre Therapie, also nix mit Rennen gewinnen und Belohnungen einfahren. Was mich das kostet! 60 Stunden Langeweile müssen durchgestanden werden. Ohne Schlaf (Cortison®) und Appetit (muss irgendwas in der Chemo sein). Also bin ich für den kleinen TV-Bildschirm aus der Holzklasse von Emirates dankbar, den sie hier für die Kassenpatienten bereithalten. Selbst das Nachtprogramm ist noch besser als gar keine Ansprache. Lesestoff habe ich noch auf dem iPad gebunkert. Ladekabel und Power-Akku nicht vergessen einzupacken! Ein Ross-Thomas-Roman habe ich noch in großen Teilen ungelesen drauf. Wertvolle Fracht! Ross Thomas kaufe ich inzwischen ungelesen!! Immer gut, will ich sagen, meistens jedenfalls. Letztens die Geschichte fand ich weniger prickelnd, aber im Vergleich mit den Niederungen der Gengre-Gattung ist er immer noch besser als die*.

Das Frustrierende an Krankenhäusern finde ich: Du kannst dem Elend nicht entkommen, es ist überall und um Dich herum. Es hustet und röchelt nebenan, wird durch Gänge auf Betten herumgeschoben, von Untersuchung zu Zimmer und wieder zurück. Andere warten vor den Stationen, das es weiter geht zu … PET-CT-Scan, Ultraschall, das große Durchleuchten, die OP, den kleinen Eingriff zwischendurch.

Dich selbst legen sie mit einem Katheder lahm. Die Bewegung  (sic!) ist eingeschränkt. Auch kein Ganz zum Rauchen (was natürlich den größten Verstoß gegen Menschenrecht darstellt. Ich helfe der UNO-Charta mit Nicotiretten® auf die Sprünge und überstehe die 60 Stunden, um anschließend eher mehr zu rauchen. Soviel zur Wirksamkeit von äußeren Bedingungen. Ich rechne damit, wieder hier zu scheiben, wenn ich zurück bin …


*) Anmerkung: Es gibt da Autoren der Kriminalliteratur, die ich hier meine. Psychopathen, die selber pathologisch vorgehen – je grausamer der pschisch kranke Mörder zu Werke geht, desto besser. Da muss kein Motiv erklärt, keine Zusammenhänge hergestellt werden. Wie praktisch und bequem! Gesellschaftliches? Igitt. Dafür jede Menge wandernde und sich wandelnde Klischees sonder’ Zahl. Wann immer ich auf einen solchen Scharlatan hereinfalle, wird gewarnt, geschimpft und sich geärgert – nicht unbedingt in der Reihenfolge. FB

Das Auge tränt ...

Der Bildschirm, an dem das Standbein noch immer steckt, weil es sich nicht mehr lösen läßt, was ziemlich blöd aussieht, und damit total gut zum restlichen Ensemble des Innendesigns passt, ist wahrscheinlich nicht der Beste. Das Auge tränt nach jedem Rennen. Ja, okay, inzwischen habe ich den ersten Sieg eingefahren (im Anfänger-Modus, also ist das nicht sooooo wahnsinnig weltbewegend für den Rest der Menschheit), aber das ist eher nebensächlich.

Der Punkt ist, dass er der Schwachpunkt ist: Zu weit weg und nicht gut genug. Monitor und Befestigung. Hm. Das kostet.

Wie überhaupt alles kostet. Ja, das einzige, was mir momentan schmeckt, sind Steaks. Die kosten. 

Ich denke, also crém’ ich. Mein Verbrauch an Creme ist um etwa den Faktor 1.000 gestiegen. Excipial® für die Hände und Bepanthol® für den Rest sind die Mittel der Wahl. Und jeweils reichlich, denn eine der Nebenwirkungen von Chemo? Krebs? Dem blöden Profanen? – ist eine so dermaßen trockene Haut, dass jeder Pubertierende begeistert wäre. Tja, Jungs, die Chancen sind  –  wie immer  – ungleich verteilt.

Gut den Heilpraktiker müssen wir eh’ zahlen, das ist klar. Soll aber "im Rahmen" sein. Wie immer die Rahmen von Leuten aussehen mögen, die so formulieren. Auch die Tees, die er wohl besorgt (er sitzt an den Quellen) und Pillen. In erster Linie Selen®. Oder Paranüsse. Der Wirkstoff in der Bio-Öko-Fairetrade-Pille aber besser dosierbar …

Und dann die Pilze! Dazu gibt’s dann noch eine schöne Nachhaltigkeit- und Naturrede, die an mir vorbeirauscht. Mich interessiert nur das Ergebnis. Und wenn es hilft?!

An der Stelle bin ich dann kein Stück besser als der Idiot, der anderen Scharlatanen hinterherläuft, wenn sie nur Heilung oder doch Linderung versprechen, glaubhaft möglichst natürlich. In dem Fall war’s mal wieder die berühmte „Mundpropaganda“: Eine Kollegin meiner lieber Freundin hatte den verpetzt – der hätte schon geholfen und die Kosten dafür eben „im Rahmen“.

Ja, Pilze. Drei verschiedene oder vier, aus denen dann ein wahrscheinlich seltsam riechender Tee gebraut wird. Und wie seltsam der oder die jeweils schmecken werden? Ich bin ja mal gespannt.



Sichtbarer Wahnsinn

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Ein kleines bißchen gruselig, das Szenario, hm? Tja – der Wahnsinn wird halt sichtbar. Weil ich derzeit aus so tiefer Sitzposition nicht mehr allein in die stehende Position käme, hat meine liebe Freundin diese Euopaletten-Version kreiert: Damit kann ich mich wie ein SUV-Fahrer aus (vermeintlich erhöhter) Position rausfallen lassen und doch stehend landen: Genial!


Wartezeit

… ist was furchtbares, fürchterliches. Du willst etwas tun, machen und kannst nicht. Bist zum Warten verurteilt. Wenn sich das keine Parallelen auftun! Bis der Monitorhalter kommt, kann ich mir Gedanken darüber machen, ob die Chemo wirkt. Ausreichend. Bis jetzt wohl nicht. Oder nur partiell. Diese Arztbriefe sind schon auch so befasst, dass Du als Laie möglichst wenig verstehst. Hier wie da gilt: abwarten. Das ist nix, was ich sehr gut kann. Im Gegenteil: Bin zugegebenermaßen eher der ungeduldige Typ. Will es gleich, jetzt, sofort. Warten ist eher nicht so mein Ding. 

Zur Überbrückung ist ein alternatives Beschäftigungsprogramm angesetzt: Morgen kommt der Heilpraktiker. Meine liebe Freundin hat sich extra frei genommen. Ich hoffe, sie nimmt den Termin nicht wichtiger als ich. Mal sehen, was der Herr beisteuert. Bislang auch nur Pillen und Tee. Die Pillen sehen aber sehr bio und Fairtrade aus. Vorher noch Blutentnahme bei der Hausärztin, damit sie in der Klinik nächste Woche aktuelle Blutwerte für die stationäre Therapie haben (Seltsamkeiten des Gesundheitswesens wollen wir hier nicht weiter kommentieren). Dazwischen husch ich noch ganz langsam auf meinen schwachen Beinen beim Optiker rein und lass’ mir meine Brille wieder zurechtbiegen und -schrauben. Die guckt mindestens so schief wie ich.

Dann kommt, wie geschrieben der Heilpraktiker. Oder davor noch ein Paketdienst und bringt einen Monitorhalter. Mit dem ich dann endlich wieder spielen darf, ran an die tollen Autos. Los, jetzt!

Virtuelle Raserei – Der Wahnsinn geht weiter

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Der friedliche Mann in mir wandelt sich zum Tier im Rennen: Da wird gerempelt, was das Zeug hält – noch in der Theorie. Eine Monitorhalterung fehlt noch zur Perfektion. Morgen vielleicht schon vom Paketdienst gebracht? Heute haben sie es bereits abgeschickt. Wenigstens bis Samstag könnte es klappen. Dann geht’s endgültig los mit der virtuellen Raserei!

Siege will ich sehen und Bestzeiten. Natülich auch in den zwei anderen Spielen, die ich mir besorgt habe. Und um das Geheimnis zu lüften: Bei den Spielen handelt es sich um "Grand Tursimo Sport Edition“, „Project: Cars 2“ und „Assetto Corsa“. Damit dürfte das Thema Rundstrecke im Genre PS4 hinreichend abgedeckt sein. „Dirt“ wird für das Rallyefahren, das simulierte, sehr gelobt. Aber da gibt es bei GT auch eine Sektion, wo der Eleve schon mal etwas üben kann.

Ich bin also für die kommenden Wochen gerüstet! Wenn’s erst mal losgegangen sein wird, wird es kein Halten mehr geben. Trophäen wird es regnen, Preise, Bestzeiten, Rekorde …

Morgen vielleicht, wie geschrieben. Oder Samstag spätesten. Aber dann!


Autosimulation

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Manchmal fühle ich mich alt. Ich bin wohl alt. Neulich wieder bei einer Neuanschaffung gescheitert: Bis die Playstation der 4. Generation wie gewünscht mit Lenkrad und Software lief, vergingen wieder Tage. Tage voller Bangen: Schon zu blöd und langsam für diese neue Zeit?

Nein, ein Software-Problem. Zur Untätigkeit in sitzender oder liegender Haltung verdammt, will ich mich nun der Autosimulation hingeben. Grand Turismo ist das Mittel der Wahl. Project: Cars hab’ ich auch noch. Sicher ist sicher.

Die virtuelle Raserei, bzw. die Erfindung derselben halte ich für eine der segensreichsten der Menschheit seit Jahrzehnten! Spass und Nachhaltgkeit müssen sich eben nicht unbedingt ausschließen. Im Vergleich zu realen Rennen beim Eenergieaufwand in der Ökobilanz ein Schnäppchen! 

Allerdings war ich von früheren Generationen virtueller Rennerei den Platz an der Sonne gewohnt, die ersten Plätze auf der Liste der Ergebnisseiten. Jetzt komme ich über Platz 4 nicht hinaus. Das ist doch frustrierend. Warum tue ich mir das bloß an?

Selbst der sitzende Patient soll sich ja nach Möglichkeit bewegen, um nicht völlig zu verkümmern. Bewegungstherapie für sitzende Leidenskranke gibt’s in der Phantasie, in der Realität nicht. Da sind solche Simulationen durchaus anregend.

Habe jedenfalls keine Kosten und Mühen gescheut: Lenkrad und Sitzgestell warten auf ihre Einweihung. Das Lenkrad hat die Feuertaufe bereits bestanden – das zweite, um ehrlich zu sein. Das erste Gerät litt unter akuter Softwareitis, also Problemen mit der Software, die wiederum mit einer anderen Software hätte gelöst werden können sollen, was aber nicht funktionierte; trotz einer reizenden Osteuropäerin im Callcenter des Herstellers mit total charmantem Akzent. Mir schwante spätestens Übles, als es hieß: „Da müssen Sie bei Windows…“ Und doch, ja, es gab eine Alternative für den Mac, Software, meine ich. Aber sie tat nicht, was sie sollte. Und so: Ich krachte nach dem Start in jedem Spiel links in die Begrenzung. Das Lenkrad lenkte nämlich nur in eine Richtung – Links. Änderung nicht vorgesehen. Also haben wir den Status der Bestellung auf Rücksendung geändert. Und ein anderes besorgt, das problemlos läuft. 

Nun noch das Gestell mit Namen „Playseat“. Affig? Super! Muss nur noch was drunter basteln, sonst komme ich in meinem Zustand nie wieder in die Höhe (wie ältere Sportwagenfahrer beim Aussteigen; na, passt). Drei Europaletten sollten reichen. Ob das kippt? 

Auf jeden Fall rechne ich mit einer massiven Zeitverbesserung in den Ergebnissen. Tipps für ein Spiel (Einstellungen in der Empfindlichkeit, die tatsächlich hilfreich aussehen) habe ich auch zufällig gefunden. Aufgaben, die warten. Aufgaben, die gelöst werden wollen. Let’s do it! Und billiger als jeder Porsche, das kann ich versichern.


Götter

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Die Götter spielen mitunter ein seltsames Spiel mit uns Menschen. Wenn wir es nicht verstehen, insbesondere. Welch’ göttlichem Einfall ist denn nun wieder dieser Schicksals--schlag zu verdanken? Das weiß ich genauso wenig, wie ich weiß, welche Art von Knüppel das hier abgebildete Exemplar in Thailand in seinen Fäusetn hält und wozu. Ich rate, er hat eine Wächterfunktion, ist ein Beschützer. 

Die Götter jedenfalls, dass weiß die Menschheit seit Urzeiten, müssen verrückt sein. Das landläufige Arrangement sieht Besänftigungsrituale vor, um die Götter zu kalmieren. Rauch, Gesänge, Gebete, Opfergaben. Der Handel hat sich eingebürgert – ob zur beiderseitigen Zufriedenheit, läßt sich leider nicht mit letzter Sicherheit sagen. Was bedauerlich ist für die Mannschaft Menschheit: Verlässlich scheint das Verfahren nicht zu sein.

Komisch?

Was soll lustig sein? Die geschwollenen Beine? Der kleine Tinnitus? Der Harndrang? Die schlappe Verfassung?

Da träum’ ich lieber vom Aston Martin. Irgendeinem. Meinetwegen vom DB !!, dem aktuellen Modell. Mit Mordspower, um das edle Leder- und Wurzelholzfurnier-Intereur durch die Gegend wuchten zu können. Ausreichend: 608 PS! Da stelle ich mir eine nachdrückliche Kraftentfaltung vor, die es den Fahrer hören und spüren läßt, dass jetzt über 600 Pferdestärken auf die Hinterachse losgelassen werden. 12-Zylinder, oder? Hubraum reichlich, denk’ ich mal. Das muss gurgeln und schlürfen, dass es nur eine Art hat. Dezent, natürlich. Weniger amerikanisch-proletenhaft laut. Der Gentlemen für den zweiten Blick, den es wahrlich lohnt auf dieses Stück automobiler Kultur. Ein Kunstwerk auf vier Rädern, ein rundum in sich geschlossenes Design-Konzept, wie nur wenige gelingen. In einer edlen Linie mit Klassikern wie Porsche 911, Jaguar E-Type oder Ferrari Daytona.

Fahren würde ich so eine Kiste zu gern mal. Mit vollem Tank eine Fahrt. Das wäre was. Wer einen zur Verfügung stellen mag: Bitte melden!


Nicht jammern!

Wenn ich es recht bedenke, gibt es doch einen Vorsatz: Bloß nicht rumjammern, kein Geheule. Bislang hab’ ich eher Glück gehabt im Laufe des Lebens. Da schlägt halt die Waage auch mal auf der anderen Seite aus. Damit muss eigentlich gerechnet werden.

Hirn funktioniert noch. Immerhin!

Das ist doch schon mal was. Viel mehr hatt’ ich eh nicht auf der Pfanne. Etwas Charme und Witz vielleicht noch. 

Andere Pläne muss ich dagegen vorerst abschreiben.

Scheiß drauf!