Anderes

Und nun zu etwas völlig anderem (das wollte ich schon immer mal schreiben): 

Äußerte ich nicht eben noch an dieser Stelle meine Begeisterung für Stéphane Pompougnacs Serie von Electronic-Musik Hôtel Costes

Gerade bin ich neu entflammt für Roland Neffe’s Vibes Beyond und höre, echt jetzt, zum ersten Mal die CD Acoustic Outland. 

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Lissabon, 2010 – © Frederik Birghan

Zugegeben, ich habe so meine „Wasserstellen“, die ich immer wieder mal, nicht unbedingt regelmäßig, mehr nach Grad der Neugier aufsuche. So lief mir bei einer dieser Quellen eine Besprechung über den Schirm, die sich zumindest interessant genug las, um mal danach zu gucken. 

Ein paar Klicks später wanderten die Daten schon auf meinen Rechner. Hatte noch keinen Ton gehört. Ich mache sowas manchmal – Kinderüberraschung für erwachsene Männer, wenn Sie wollen.

Gleich beim ersten Stück war ich sicher: DAS ist INTERESSANT.

Normalerweise fallen Vibraphonisten vor allem durch stupend schnelles Geklöppel einem größeren Publikum auf. Wer dann noch eine echte Rampensau ist und über Showtalent verfügt wie Roy Ayers, hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher (nicht missverstehen: Ich mag Roy Ayers und seine Musik!).

Zappa-Fans wie mir ist noch eine Ruth Underwood erinnerlich, die neben Vibraphon noch allerlei anderes Schlagwerk in Reichweite stehen hatte. Bei einem Stück wirbelt sie zwischen all dem Equipment hin und her, als ob es kein Morgen gäbe. 

Wieso ich jetzt auf Zappa komme? Ganz einfach: Die ersten Takte des zweiten Stücks, Line of Sleeplessness, lassen mich sofort an den genialen Komponisten FZ denken; ständige Rhythmuswechsel, „schräge“ Harmonien eingestreut (Till Brönner neulich in einer ARTE-Doku: „Verminderte Akkorde bedeuten verminderte Einnahmen.“) – interessant, neugierig machend auf mehr, spannend, überraschend, gegen oben erwähntes Klischee gebürstet – kurz: Meine Welt.

Ich gebe 4 1/2 von 5 Sternen*.



*) 5 Sterne bekommt nur Gott, also Coltrane. Und die zu seiner Rechten sitzen: Roland „Rahsaan“ Kirk etwa.