Autosimulation

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Manchmal fühle ich mich alt. Ich bin wohl alt. Neulich wieder bei einer Neuanschaffung gescheitert: Bis die Playstation der 4. Generation wie gewünscht mit Lenkrad und Software lief, vergingen wieder Tage. Tage voller Bangen: Schon zu blöd und langsam für diese neue Zeit?

Nein, ein Software-Problem. Zur Untätigkeit in sitzender oder liegender Haltung verdammt, will ich mich nun der Autosimulation hingeben. Grand Turismo ist das Mittel der Wahl. Project: Cars hab’ ich auch noch. Sicher ist sicher.

Die virtuelle Raserei, bzw. die Erfindung derselben halte ich für eine der segensreichsten der Menschheit seit Jahrzehnten! Spass und Nachhaltgkeit müssen sich eben nicht unbedingt ausschließen. Im Vergleich zu realen Rennen beim Eenergieaufwand in der Ökobilanz ein Schnäppchen! 

Allerdings war ich von früheren Generationen virtueller Rennerei den Platz an der Sonne gewohnt, die ersten Plätze auf der Liste der Ergebnisseiten. Jetzt komme ich über Platz 4 nicht hinaus. Das ist doch frustrierend. Warum tue ich mir das bloß an?

Selbst der sitzende Patient soll sich ja nach Möglichkeit bewegen, um nicht völlig zu verkümmern. Bewegungstherapie für sitzende Leidenskranke gibt’s in der Phantasie, in der Realität nicht. Da sind solche Simulationen durchaus anregend.

Habe jedenfalls keine Kosten und Mühen gescheut: Lenkrad und Sitzgestell warten auf ihre Einweihung. Das Lenkrad hat die Feuertaufe bereits bestanden – das zweite, um ehrlich zu sein. Das erste Gerät litt unter akuter Softwareitis, also Problemen mit der Software, die wiederum mit einer anderen Software hätte gelöst werden können sollen, was aber nicht funktionierte; trotz einer reizenden Osteuropäerin im Callcenter des Herstellers mit total charmantem Akzent. Mir schwante spätestens Übles, als es hieß: „Da müssen Sie bei Windows…“ Und doch, ja, es gab eine Alternative für den Mac, Software, meine ich. Aber sie tat nicht, was sie sollte. Und so: Ich krachte nach dem Start in jedem Spiel links in die Begrenzung. Das Lenkrad lenkte nämlich nur in eine Richtung – Links. Änderung nicht vorgesehen. Also haben wir den Status der Bestellung auf Rücksendung geändert. Und ein anderes besorgt, das problemlos läuft. 

Nun noch das Gestell mit Namen „Playseat“. Affig? Super! Muss nur noch was drunter basteln, sonst komme ich in meinem Zustand nie wieder in die Höhe (wie ältere Sportwagenfahrer beim Aussteigen; na, passt). Drei Europaletten sollten reichen. Ob das kippt? 

Auf jeden Fall rechne ich mit einer massiven Zeitverbesserung in den Ergebnissen. Tipps für ein Spiel (Einstellungen in der Empfindlichkeit, die tatsächlich hilfreich aussehen) habe ich auch zufällig gefunden. Aufgaben, die warten. Aufgaben, die gelöst werden wollen. Let’s do it! Und billiger als jeder Porsche, das kann ich versichern.