Charles Lloyd – Nachtrag

Seit gestern, dem Erscheinungstag, ist die neue CD von Charles Lloyd naturgemäß und real tatsächlich in meinem CD-Player – und läuft fast im Dauerbetrieb. Wie zu erwarten schöne Musik.

Meister Lloyd spielt wie gewohnt seinen wunderbaren Saxophon-Ton, der ihn so unverwechselbar macht: Jeder Ton eine Persönlichkeit. Der Fluss dieser musikalischen Individuen, die am Ohr vorüberziehen, haben etwas Magisches, dem ich mich nicht entziehen mag; mitunter scheint der Klang transzendente Wirkung zu entfalten. Der Musiker und Komponist spricht ja so schön in der ebenfalls noch empfohlenen Filmdokumentation auf (Blu-ray-)DVD von den Pfeilen, die er so in die Unendlichkeit schieße („Arrows into Infinity“).

Soweit so gewohnt also auch auf „I Long To See You“. Aber Lloyd wäre nicht Charles Lloyd, würde er nicht auch nach neuen Ufern schauen – immer offen für Neues, ständig suchend nach dem Ideal… Und so taucht plötzlich wieder die Gitarre als Instrument neben seinem Saxophon in der Besetzungsliste auf. 

Hardcore-Fans erinnern die Zusammenarbeit von Lloyd mit dem Gitarristen Gabor Szabo vor Dekaden. Und nun plötzlich wieder – und diesmal ist es Bill Frisell! Eine weitere Steel Guitar wird von Greg Leisz gespielt. Und Willie Nelson tritt auf einem Stück auf, spielt nicht nur Gitarre, sondern singt auch! Und beim Klassiker „You are so beautiful“ singt Norah Jones! Huch. 

Es funktioniert. Versprochen. Es ist wieder sehr schöne Musik.