Limonade 3.0

Wer weder nur Wasser trinken will, auf alkoholische Getränke verzichtet, noch größere Mengen an Tee oder Kaffee ernsthaft für den täglichen Flüssigkeitsbedarf in Erwägung zieht, der sieht sich vor dem hiesigen Supermarktregal auf eine relativ schmale Auswahl an Getränken zurückgeworfen. 

Süße Limonaden werden inzwischen zwar etliche angeboten, mal isotonisch aufgeladen, mal mit dem Wirkungsgrad von einer Kanne Espresso; auch in exotisch klingenden Varianten wie „Rote-Grapefruit-Limette“ – der tatsächliche Geschmack entspricht eher „Ascorbinsäure mit reichlich künstlichen Aromen“. Und ist süß.

Ob Obstsaft, Saftschorle oder Limonaden – Zucker. Süßstoff ist in den allermeisten Fällen auch keine Lösung, weil er einen Plastik-Nachgeschmack hinterläßt.

Also: Selbst ist der Mann. Und Hobby-Koch. Das kann doch nicht so schwer sein, eine Limonade… Eine Recherche fördert Rezepte zutage; das ist untertrieben: Das Netz ist voller Rezepte, eine schier unübersehbare Menge davon. Natürlich auch zu diesem Thema. Aber häufig auch hier: Zucker. Und in nicht unbeträchtlicher Menge, wie ich bei ersten Versuchen getreu den Anleitungen feststellen durfte. Ein Liter solcher Limonade deckt locker den Zuckerbedarf einer ganzen Woche, was schreibe ich, wahrscheinlich von Monaten!

Also habe ich begonnen, die Rezepturen zu verändern, den Zucker zu reduzieren. Und nebenbei noch ein wenig experimentiert. 

Ich will deswegen nicht mehr verraten, weil ich angesichts des jüngsten Tagesaustosses ernsthaft über eine Vermarktung nachdenke. Das Zeug ist so lecker, dass man es mir aus den Händen risse, böte ich es Durstigen an der richtigen Stelle an. 

Ich gedenke, damit ein Schweinegeld zu verdienen, um damit dann im Porsche nach Barcelona zu fahren und mir im Eixample eine angemessene Residenz zu suchen.