Wartezeit

… ist was furchtbares, fürchterliches. Du willst etwas tun, machen und kannst nicht. Bist zum Warten verurteilt. Wenn sich das keine Parallelen auftun! Bis der Monitorhalter kommt, kann ich mir Gedanken darüber machen, ob die Chemo wirkt. Ausreichend. Bis jetzt wohl nicht. Oder nur partiell. Diese Arztbriefe sind schon auch so befasst, dass Du als Laie möglichst wenig verstehst. Hier wie da gilt: abwarten. Das ist nix, was ich sehr gut kann. Im Gegenteil: Bin zugegebenermaßen eher der ungeduldige Typ. Will es gleich, jetzt, sofort. Warten ist eher nicht so mein Ding. 

Zur Überbrückung ist ein alternatives Beschäftigungsprogramm angesetzt: Morgen kommt der Heilpraktiker. Meine liebe Freundin hat sich extra frei genommen. Ich hoffe, sie nimmt den Termin nicht wichtiger als ich. Mal sehen, was der Herr beisteuert. Bislang auch nur Pillen und Tee. Die Pillen sehen aber sehr bio und Fairtrade aus. Vorher noch Blutentnahme bei der Hausärztin, damit sie in der Klinik nächste Woche aktuelle Blutwerte für die stationäre Therapie haben (Seltsamkeiten des Gesundheitswesens wollen wir hier nicht weiter kommentieren). Dazwischen husch ich noch ganz langsam auf meinen schwachen Beinen beim Optiker rein und lass’ mir meine Brille wieder zurechtbiegen und -schrauben. Die guckt mindestens so schief wie ich.

Dann kommt, wie geschrieben der Heilpraktiker. Oder davor noch ein Paketdienst und bringt einen Monitorhalter. Mit dem ich dann endlich wieder spielen darf, ran an die tollen Autos. Los, jetzt!